Kunden, sch… Kunden
Eins hat sich während meiner Arbeit beim Kaufland in den letzten zwei Wochen doch sehr stark herauskristallisiert: es ist unglaublich, wie die Kunden mit den Waren umgehen, die sie doch nicht kaufen wollen.
Bisher dachte ich immer, es ist eine Selbstverständlichkeit, wenn man Waren aus dem Regal nimmt und sie dann doch nicht kaufen will, man sie wieder zurück an ihren Platz stellt. Aber mir fällt immer mehr auf, dass die Waren dann völlig wahllos irgendwo hineingestopft werden. Teilweise auch aus völlig entgegengesetzten Ecken des Kaufhauses, als wollten die Kunden die Angestellten mit Absicht ärgern.
Jedoch die Krone hat dem ganzen ein Erlebnis am Montag aufgesetzt: da habe ich tatsächlich ein Tiefkühlprodukt (Hähnchenschenkel, wen es interessiert) in einem Süßwarenfach entdeckt! Das war vielleicht eine Sauerei… Ich verstehe aber wirklich nicht, wie man sowas machen kann. Dadurch entsteht dem Kaufhaus ja nicht nur ein indirekter Schaden wie bei den anderen Waren (Arbeitskraft muss aufgewandt werden um die Waren wieder korrekt einzusortieren), sondern auch ein direkter Schaden. Die Ware ist unbrauchbar und muss abgeschrieben werden.
Bin ich so weltfremd aufgewachsen, dass es nur für mich eine Selbstverständlichkeit ist? Oder ist der Ruhrpott einfach nur voll von Idioten?
Four fucking comments!
josef wrote
ck das ist normal und vor allem normal für eine Gesellschaft die relativ viele fette Jahre hatte. Die Wissen LEBENSMITTEL nicht mehr zu schätzen und behandeln sie so wie sie auch behandelt werden, nämlich wie Sachen. Wie Sachen, die die in keinerlei Sinnzusammenhang mehr stehen. Entsprechend das Verhalten des Dings Mensch. Aber ein hoffnungsvolles Gegenbeispiel dazu von vor ich glaub 10 Jahren das ich in Paris erlebte. Ein etwa 10jähriger arabisch aussehender Junge vor mir auf der Straße sieht ein weggeworfenes Brot am Boden liegen, hebt es auf hält es sich in einer Art rituellen Handlung an die Stirn und legt es an dieselbe Stelle zurück.
Gruß Josef
at wrote
Die meisten anderen tun das auch. Dass es immer Ausnahmen gibt, die sich nicht um sinnvolle Normen des Miteinander scheren, solltest du doch mittlerweile wissen.
Christian Kruse wrote
Meine Mutter hat das getan. Und andere in dem Ort, wo ich aufgewachsen bin, auch. Da gab es nie so etwas in der Richtung.
dedlfix wrote
Das ist keine Ruhrpott-Besonderheit. Das ist einfach menschlich. Hier vereint sich Faulheit und Mirdochegal und weiteres.
Der Computer sagt: Ein Exemplar von CD xy ist noch da, steht normalerweise "dort". "Dort" ist aber nichts mehr. Mit Glück findet man sie in der Umgebung von "dort". Vielleicht steht sie auch "woanders", nur ist der Laden so groß, dass man unmöglich alles absuchen kann.
Das ist sicher auch ein Grund, Dinge nicht wieder zurückzubringen. Man ist "woanders" und entdeckt noch eine CD, die gefällt. Die sprengt aber das Limit, also muss eine andere CD dran glauben, die dann einfach zurückbleibt. Aus Faulheit oder Keineahnungwo"dort"war bleibt die dann eben "woanders" liegen.
Und die Mutter mit dem quengelnden Kind, die entdeckt hat, dass der Sprössling heimlich Kekse für sich in den Wagen getan hat... läuft die wieder zurück, wenn sie schon in der Kassenschlange steht?
Solche Beispiele ließen sich beliebig fortsetzen.
In anderen Ländern ist es üblich, nicht gefallende Klamotten in der Umkleidekabine zu lassen. Gelegentlich ist das praktisch. Wenn einem die mitgenommene Größe nicht passt, sucht man in dem Haufen, ob nicht vielleicht noch andere Größen vom gleichen Stück liegen...